In-Beziehung-Sein als Nährboden für selbstbestimmtes Lernen

 

Neulich waren wir bei den Nachbarskindern zum Spielen. Sie haben ein Trampolin im Garten - sehr einladend. Es wurde aber gerade frischer Rasen gesät, weshalb es besser war, nicht übers Gras, zum heiß begehrten Trampolin zu laufen. Mein Kind war wütend. Das konnte ich gut verstehen. Ich begleitete meinen Sohn in seiner Trauer und Wut. Wir spielen drinnen weiter, immer mal wieder erwähnte er das Trampolinspringen und äußerte, dass er raus gehen wollte. Als seine Wut etwas abgeflaut war, erklärte ich ihm nochmals in Ruhe, warum er gerade nicht Hüpfen gehen konnte. Er beruhigte sich und nahm Alternativen an.

 

Richtig spannend wurde es dann Zuhause. Wie war das noch mit dem Rasen? WAS wurde da gemacht? Säen?

 

Ich malte den Vorgang auf. Pflanze, Sonne, Regen, und erklärte alles ganz genau. Wir nahmen eine Körnersemmel zu Hilfe, um uns so ein Samenkorn genau anzuschauen – ein kurzer Abstecher zur Entstehung eines Babys (da war doch auch schon mal was mit Samen …) – und besprachen, was eine Pflanze so alles braucht, damit sie wachsen kann: Erde, Sonne, Wasser. Schließlich pflanzten wir tags drauf Radieschensamen ein, die bald aufgingen. J Täglich werden sie größer, was meinen Sohn sehr fasziniert. So verhalf ein Frust auslösendes Erlebnis uns zu einer schönen gemeinsamen Erfahrung.

 

Ich bin dankbar. Dafür, dass ich es anders machen kann als viele andere Eltern. Dafür, dass ich seine Gefühle aushalten und mich einfühlen kann. Er war da. Ich war da. Wir haben den Tag genossen und waren uns sehr nahe. Denn ich habe nicht gesagt: „NEIN! Und wenn du jetzt nicht aufhörst, gehen wir nach Hause!“

 

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